Der Notar, unabhängige und neutrale Rechtsberatung

Kosten für die Testamentseröffnung

Sobald das Gericht vom Tod eines Erblassers Kenntnis erlangt hat, hat es eine in seiner Verwahrung befindliches Testament zu eröffnen, § 348 FamFG.

Nach dem neuen GNotKG fällt für die Eröffnung eines Testaments einmalig eine pauschale Gebühr in Höhe von 100 Euro an, Nr. 12101 KV.

Kosten für die Erteilung eines Erbscheins

Nach Nr. 12210 KV fällt für die Erteilung eines Erbscheins eine 1,0 Gebühr an.

Die Kosten für einen Erbschein haben sich allerdings dadurch erhöht, dass in den zur Ermittlung der Kosten notwendigen Gebührentabellen eine Kostensteigerung stattgefunden hat.

Die Privilegierung der Kosten für einen Erbschein, der ausschließlich nur zur Berichtigung des Grundbuches oder zum Zweck der Verfügung über ein Nachlassgrundstück in § 107 a KostO enthalten war, findet sich im GNotKG nicht wieder.

Kosten für Testamentsvollstreckerzeugnis

Nach dem GNotKG eine Gebühr, Nr. 12210 KV.

Für die Erteilung eines weiteren Zeugnisses für einen Testamentsvollstrecker eine 0,3 Gebühr nach Nr. 12213 KV.

Der Geschäftswert für die Erteilung eines Testamentsvollstreckerzeugnisses beträgt nach § 40 Abs. 3 GNotKG 20% des Nachlasswertes, wobei Nachlassverbindlichkeiten nicht abgezogen werden dürfen.

Ermittlung des Nachlasswertes – Abzug von Nachlassverbindlichkeiten

Eine deutliche Änderung hat es bei der Ermittlung des Geschäftswertes für die Erteilung oder die Einziehung eines Erbscheins gegeben.

Während in § 107 KostO noch vorgesehen war, dass hierfür der Nachlasswert „nach Abzug der Nachlassverbindlichkeiten“ maßgeblich sei, können nach § 40 GNotKG nur noch „vom Erblasser herrührende Verbindlichkeiten“ bei der Ermittlung des Geschäftswertes vom Nachlasswert abgezogen werden.

Das bedeutet, dass bei der Ermittlung des Geschäftswertes Belastungen des Nachlasses in Form von Pflichtteilen, Vermächtnissen, Auflagen und der Erbschaftsteuer nicht mehr mindernd in Ansatz gebracht werden können.

 

Erklärung der Ausschlagung der Erbschaft

Für die Entgegennahme einer Ausschlagungserklärung hat das Nachlassgericht ehedem nach § 112 KostO ein Viertel der vollen Gebühr, abhängig vom Nachlasswert, berechnet.

Nach dem GNotKG fällt für diese Amtshandlung neuerdings eine 0,5 Gebühr, mindestens jedoch 30 Euro, an, Nr. 21201 KV. Die Ausschlagung einer überschuldeten Erbschaft löst demnach Kosten in Höhe von 30 Euro aus.